Kategorien
News

Im Frühling

Frühling

Der Baum und unsere Sicht auf die Dinge

Yangsheng ist die Lehre von der Pflege der Gesundheit in der Chinesischen Medizin.

Kategorien
News

Es ist Winter 2020

Die Natur hat sich zurückgezogen, alles ruht. Draußen ist es dunkel, alles fast bewegungslos. Nebel und Frost haben sich über alles gelegt. Es ist die Zeit des totalen Rückzugs in der Natur. Die Natur folgt ganz selbstverständlich ihrem ureigenen Rhythmus. Das ist notwendig, um sich zu regenerieren und um neue Kräfte zu gewinnen und zu speichern, für die kommende Jahreszeit, den Frühling, wenn das Leben wieder neu erblüht.

Denn: um neues Leben hervorzubringen, braucht es sehr viel Energie. Energie, die erst gewonnen werden muss. Das genau ist die Aufgabe des Winters: die Kälte, das Eis, der Schnee und die Dunkelheit zwingen Pflanzen und Tiere, Winterschlaf zu halten. Die noch vorhandenen Kräfte werden geschont, neue Energie wird aufgeladen.  Auch dient es dem Schutz, um keinen Schaden durch die Kälte zu nehmen.

Wir Menschen, als Teil dieser Natur, spüren diese Lähmung ebenfalls, empfinden eine Art Winterschlaf-Gefühl, Melancholie, manch einer fühlt sich depressiv. Es ist viel zu kalt, um sich lange im Freien aufzuhalten, es ist früh dunkel, die Sonne zeigt sich erst spät am Morgen, die Tage sind deutlich kürzer als die lange Nacht. Ist der Boden bedeckt mit Schnee, fällt jedes Tun im Draußen schwerer. Warm eingepackt durch den Schnee zu stapfen, macht Freude, kann aber auch sehr anstrengend sein. Ist alles erfroren draußen, mag man kaum hinaus gehen, weil man das Gefühl hat, selbst zu erfrieren.

Wir sind im Winter also lieber zu Hause, machen es uns gemütlich, genießen das Zusammensein in den eigenen vier Wänden, vielleicht vor dem Kamin und gehen auch früher ins Bett wie im Sommer.

All dies soll uns auf ganz natürliche Weise dazu anhalten, mit unserer Energie sparsam umzugehen, uns in dieser Jahreszeit zu erholen, unser Tempo zu drosseln, die Ruhe zu genießen. Um uns vorzubereiten für den Frühling, wenn das Leben wieder neu erwacht.

In der TCM wird der Jahreszeit Winter das Element Wasser zugeordnet. Dem Element Wasser wird zugeschrieben:

Die Meridiane Niere und Blase, die Farbe Schwarz und Blau, der salzige Geschmack, die Emotion Furcht und Angst, trübe Stimmungen und die Depression, unser Lebenswille, die Kälte, die Himmelsrichtung Norden, der letzte Lebensabschnitt und der Tod.

Lassen Sie all das einmal auf sich wirken. Alles, was dem Element Wasser zugeordnet ist, zeigt eine ähnliche Energie: zurückziehend, verlangsamend, lähmend, kühl, dunkel, sterbend, um wiedergeboren zu werden.

Beobachten wir das ganz genau, erkennen wir uns in dieser Harmonie der Natur wieder. Die Parallelen, die wir für unseren Körper und unsere Seele feststellen können, helfen uns, den Sinn in allem zu erkennen und Akzeptanz zu finden in dem, was gerade ist.

Wir können so lernen, die Gefühle, die uns gerade beherrschen, anzunehmen, auch wenn sie dunkel sind, und in ihnen die Notwendigkeit zu erkennen, um den Kreislauf des Lebens aufrechtzuerhalten. Auch hilft es uns, unsere Krankheiten zu verstehen.

Nehmen wir als praktisches Beispiel einmal die Angst, die Panik:

Angst und Furcht lähmen uns, wir ziehen uns zurück, sind unfähig zu agieren und zu reagieren, im Extremfall werden wir bewegungs- oder sogar lebensunfähig (die Energie des Winters!).

Die Ursachen für starke Angstzustände sind vielfältig. Oft liegen sie aber in einer schwachen Wasser-Energie, in einer schwachen Nieren-Energie. Die Nieren als Organ und Meridian produzieren unsere Lebensenergie, im westlichen Sinne und im östlichen, im TCM-Verständnis:

Hier wird die Basis angelegt für alle Lebensvorgänge: Geburt, Wachstum, Reife, Reproduktion.

Das Element Wasser an sich ist ebenfalls Lebensspender Nummer 1, denn: ohne Wasser kein Leben. Das Wasser ist der Anfang allen Lebens!

Die Nieren als Teil des Elements Wasser also bestimmen unsere Konstitution, programmieren unsere genetischen Muster, bestimmen unsere Ursprungsenergie, die uns von unseren Eltern mitgegeben wird. Sie sind die Quelle aller Energieleitbahnen, des Blutes, des Qi´s. Sie sind die Basis allen Lebens.

Haben wir nun z.B. eine schwache Konstitution, ist unsere Ursprungs-Energie schwach, kann das im Laufe des Lebens zu Angst-Zuständen unterschiedlichster Ausprägungen führen.

Was können wir nun ganz praktisch tun, wenn wir unter Angst-Zuständen leiden?

Zunächst: es ist unerlässlich, sich therapeutische Hilfe zu suchen! Wenden Sie sich an einen Facharzt oder Heilpraktiker Ihres Vertrauens bei starken Angstzuständen.

Also: Die Nieren, das Element Wasser, stehen in direkter Verbindung zu dem Element Feuer aus der 5-Elementen-Lehre der TCM. Dies ist die sogenannte Feuer-Wasser-Achse. Beide Elemente unterstützen sich gegenseitig. Denken Sie nur daran, dass Feuer gefrorenes Wasser zum Schmelzen bringt.

Und genau darum geht es:

Die Energie des Feuers kann die gefrorene Energie des Wassers wieder zum Fließen bringen.

Das bedeutet, dass alle Feuer-Energie die lähmende Energie der Angst vertreiben und in aktive Lebendigkeit wandeln kann.

Feuer-Energie bedeutet:

Licht, Wärme, soziale Kontakte, Liebe und Nähe zu anderen Lebewesen und zur Natur.

Deshalb:

  1. Sorgen Sie dafür, dass Sie zu jeder Jahreszeit täglich ausreichend Sonnenenergie und – licht erhalten.
  2. Gehen Sie dazu am besten in den Wald, umgeben Sie sich mit Bäumen. Bäume spenden heilende Energien, Botenstoffe und helfen uns, gesund zu werden und zu bleiben.
  3. Wärme bedeutet aber auch: warmes, d.h. gekochtes Essen, täglich, am Morgen, mittags und abends. Meiden Sie Rohkost, rohes Obst, Salate. Essen Sie Gemüse und Obst gekocht, Salate als Beilage zu dem Gekochten. Bereiten Sie alles so natürlich wie möglich zu, ohne Zusatzstoffe und verwenden Sie keine Fertigprodukte.
  4. Wärmen Sie Ihr Herz: Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte, lernen Sie, auf Menschen zuzugehen und deren Nähe zu genießen. Pflegen Sie den Kontakt zu Tieren und zur Natur.
  5. Reden Sie über Ihre Ängste.
  6. Fangen Sie an, machen Sie den ersten Schritt!

Alle Empfehlungen sind sowohl vorbeugend, als auch ein Mittel, aus der lähmenden Energie der Angst heraustreten.

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:

Kategorien
News

Herbst – Wenn die Blätter sich verfärben

„ Der Körper eines Menschen gleicht einem Königreich. Der Ort der Lungen und des Bauchraumes sind die Palasträume. Die vier Gliedmaßen sind seine Grenzgebiete. Die Knochen und Gelenke gleichen den Verwaltungseinrichtungen. Der Geist ist der Herrscher. Das Blut gleicht den Beamten. Das Qi gleicht dem Volk. Wenn man weiß, wie der Körper zu pflegen ist, dann weiß man auch, wie ein Staat zu regieren ist. Wenn man sein Volk liebt, dann ist das Land friedlich. Wenn man sein Qi bewahrt, dann hält man seinen Körper zusammen. Verstreut sich das Volk und wandert ab, dann geht das Reich unter. Erschöpft sich das Qi, dann stirbt der Körper.“

(Baopuzi, chin. Philosoph aus dem 6. Jhdt.n.Chr.)

Es ist Herbst, die Zeit des Elementes Metall, die Zeit von Lunge und Dickdarm.

Dem Metall zugeordnet wird das Lebensalters von ca. 50 -65 Jahren. Es ist ein Alter des Wandels, es ist die Jahreszeit des Wandels. Weiterhin werden dem Metall zugeordnet die Organsysteme Lunge und Dickdarm, die Farbe Weiß, der Geschmack scharf, die Himmelsrichtung Westen.

Was können wir gerade jetzt von der Natur lernen:

Im Metall steckt Wandel, Abschied, Trauer, Leben und Abgrenzung.

Die Lunge versorgt uns mit Lebensenergie, dem Qi: Leben gebende Energie und schützt uns vor der Außenwelt (der Lunge wird die Haut zugeordnet): abgrenzende Energie. Der Dickdarm scheidet für uns alles aus, was für uns nutzlos geworden ist: trennende Energie.

Es ist jetzt auch die Zeit, sich auf den langen, dunklen Winter vorzubereiten: Die Ernte ist eingeholt, das Licht reduziert sich, die Sonne verliert an Kraft. Wir werden von der Natur eingeladen, genau jetzt vorzusorgen: Deshalb ist Yangsheng, die Lehre von der Lebenspflege, jetzt ein besonders wertvolles Thema: Es bietet sich an, über unsere Ernährung, einer ausgewogenen Bewegung bis hin zu unseren Verhaltens- und Denkgewohnheiten nachzudenken.

Die Lunge kann uns nur mit ausreichend Lebensenergie versorgen, wenn wir dafür Sorge tragen, dass sie selbst gut versorgt und gepflegt ist. Unser Dickdarm kann nur dann allen Müll ausscheiden, wenn wir eine gute Verdauung und keine Verstopfungen haben.

Die Gesundheit ist ein hohes Gut, das es zu pflegen gilt, das nicht von alleine vorhanden ist und auch nicht von alleine bleibt.

Wenn wir als Säugling das Licht der Welt erblicken, fließt die Energie frei und alle Organe funktionieren in Harmonie, so dass das kleine Wesen leben kann.

Sind die vorgeburtlichen Voraussetzungen so, dass wir gesund sind, gilt es, die Gesundheit zu bewahren. Sind wir von Geburt an geschwächt oder krank, ist unser Ziel, gesund zu werden oder aber den Zustand nicht weiter zu verschlechtern, was dann wieder die Gesunderhaltung ist.

Qian Jin Yao Fang, ein chinesischer Philosoph, sagt dazu:

„Wenn ein Mensch im Kindes- und Säuglingsalter ist, dann handelt er gemäß den Bedürfnissen seines Qi´s. Wenn ein Mensch krank ist, dann muss er seine Feinstoffe und das Qi vervollständigen. Wenn die Feinstoffe und das Qi schwach und verdorben sind, dann sind seine Blutgefäße nicht gefüllt. Das aber liegt daran, dass er ohne richtige Methode der Pflege und der Bewahrung war, nachdem er die Gebärmutter verlassen hat….“.

Meist kommt uns im Laufe unseres Lebens unsere Gesundheit zum Teil oder gar vollständig abhanden aufgrund unserer Lebensweise: zu viel Stress, schlechte Ernährungsgewohnheiten, ein Unfall, zu viele Sorgen, Nöte und Ängste sorgen dafür, dass Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht geraten: wir werden krank, verlieren unsere Energie. Oft ist es dann ein mühevoller und langer Weg, die Gesundheit wieder zu erlangen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Nicht immer gelingt uns das. Im alten China war es ein großes Ziel, möglichst alt zu werden und dabei auch möglichst gesund zu bleiben. Es wurden viele Konzepte und Methoden entwickelt, das Leben zu pflegen oder die Gesundheit wieder her zu stellen und dann auch zu erhalten. Ein chinesischer Arzt war stets ein guter Arzt, wenn seine Patienten gesund blieben. Die Menschen sind präventiv zu ihm gekommen. Die Traditionelle Chinesische Medizin hat also neben der heilenden Wirkung auch einen Vorsorge-Charakter: Qigong, Taijichuan, die Ernährungslehre, die Philosophie, die Akupunktur, die Arzneimittellehre und die Tuina-Massage dienen der Gesund-Erhaltung und dazu, Gesundheit wieder zu erlangen.

Sun Simiao (chin. Arzt und Philosoph aus dem 6. Jh.n.Chr. ) sagt:

„Der menschliche Körper ist eigentlich leer und einzig allein gibt es in ihm den Fluss des Qi. Der Puls des Qi hat Struktur, so dass die 100 Krankheiten nicht entstehen können. Wenn die Botschaft nicht mehr stimmig ist, dann entstehen am Ende alle Krankheiten. Diejenigen, die das Sammeln und Nähren der Lebenskraft betreiben möchten, müssen unbedingt die Regulation des Qi darin kennen. Die Regulation des Qi heilt alle Leiden der 10.000 Krankheiten, genauso sicher, wie in 100 Tagen die Körperhaare wachsen. Man muss es an sich selbst erleben, Worte reichen nicht aus, um es zu beschreiben.“

Es geht also darum, das Qi zu sammeln und zu nähren und dafür zu sorgen, dass es ohne Unterbrechung frei fließen kann.

Was aber hindert das Qi daran, frei zu fließen, was hindert uns daran, Qi zu sammeln und zu nähren?

Hier hilft uns Sun Simiao wieder weiter:

“Die Meister der Nährung der natürlichen Anlage spucken nicht weit aus (um den Speichel als direkten Ausdruck des Qi zu bewahren), sie gehen nicht schnell, sie überreizen ihre Ohren nicht, sie überanstrengen ihre Augen nicht, sie sitzen nicht zu lange an einem Ort, sie stehen nicht so lange bis sie müde sind, sie schlafen nicht zu lange.“

Der goldene Mittelweg ist ein guter Berater, nicht zu viel und nicht zu wenig von allem.  Sun Simiao sagt weiter:

„Esse nicht zu viel, trinke nicht zu viel Alkohol, hebe nicht zu schwer, sorge dich nicht zu sehr, ärgere Dich nicht zu sehr, traure nicht zu tief, fürchte nicht zu arg, renne nicht zu viel, rede nicht zu viel, lache nicht zu viel.“ Und „Wenn du lange leben willst, verringere dein Denken und dein Streben, verringere deine Begierden und deine Angelegenheiten, verringere dein Geschwätz und dein Lachen, deinen Ärger und dein Glück, dein Begehren und deine Enttäuschung, deine Neigungen und deine Ablehnungen. Das sind die 12 Verringerungen. Alle, die die natürliche Anlage nähren, müssen das wissen.“

„Wenn morgens die Sonne aufgeht, dann wasche das Gesicht ohne die Augen zu öffnen. Das beschert dem Menschen ein Zusammenziehen der Augen mit extra Befeuchtung. Wenn der Tag klar wird, rede dann immer nur über angenehme Dinge und nicht über schlechte Dinge. Höre dann keine schlechten Geräusche oder zornige Stimmen. Schreie nicht herum, so dass

Du atemlos bist. Verschaffe dir keine schlechte Stimmung. Rede nicht anderen Leuten nach dem Mund, verbiege dich nicht. Gehe vor niemanden auf die Knie. Setz dich nichts schutzlos aus. Das alles ist nicht vorteilhaft. ….Mach dann, was du machen willst, ganz so, dass du der Herr über deine Taten bist. Das alles ist glücklich.“

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:


Bitte beachten Sie: für den Inhalt diesen Artikel übernehme ich keine Haftung. Er kann den Besuch eines Therapeuten, Facharztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen.

 

Kategorien
News

Spätsommer: Mutter Erde

„Die fünf Farben täuschen die Augen der Menschen,
die fünf Töne betäuben die Ohren der Menschen,
die fünf Geschmacksrichtungen betören die Gaumen der Menschen,
schwer zu erlangene Güter behindern die Wege der Menschen. 

Darum der Weise: 

Er lebt für den Bauch und nicht für das Auge, so vermeidet er das Eine und wählt das Andere.“

(Dao De Jing, Vers 12)

Haben Sie es auch schon bemerkt? Das Licht hat sich verändert! Es ist gelber geworden, goldener. Alles scheint wie in einen sanften Gold-Ton getaucht. Es ist Spätsommer, Ernte-Zeit, Zeit des Elementes Erde.

Dem Element Erde wird in der TCM folgendes zugeordnet: als Leitbahnen: Milz und Magen, als Farbe: gelb, als Emotion: sich sorgen, Himmelsrichtung: die Mitte, das Zentrum, Lebensalter: Lebens-Mitte, Geschmack: süß, als Elternteil: die Mutter (der Vater wird dem Metall zugeordnet), als Jahreszeit: der Spätsommer, als geistige Qualität: zielgerichtetes Denken, als Aktivität: verbinden, harmonisieren.

Es ist August, die Ernte hat begonnen: Alles, was wir im Laufe des Jahres gesät haben, ist nun reif. Die Erde hat die Saat zu vollwertigen Pflanzen und Früchten heranwachsen lassen. Die Landwirte haben sich gut darum gekümmert, dass der Ackerboden genau so beschaffen ist, dass das Saatgut zu guten, nahrhaften Pflanzen heranreifen kann, die uns den Rest des Jahres ernähren, die unser Überleben sichern werden. Trägt der Ackerboden nicht den erwarteten Ertrag, ist die Existenz des Landwirtes bedroht, im schlimmsten Fall sein Überleben, unser aller Leben.

Durch die Fürsorge des Landwirtes ist sichergestellt, dass der Ackerboden uns nährende Pflanzen austragen kann. Würde er sich nicht kümmern, würde alles ver-kümmern.

Und genauso ist es um das Erd-Element in uns Menschen bestellt:

Milz und Magen als die Energieleitbahnen und Organe haben die Aufgabe, die Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, zu verdauen und weiterzuleiten. Alles wird in seine einzelnen Bestandteile auf gesplittet und an die anderen Organe weitergeleiten, um diese mit der Nahrungs-Essenz gut zu versorgen, damit der ganze Organismus das erhält, was er zum Überleben benötigt.

Die Erde sorgt für uns. Als Boden, in dem unsere Nahrungsmittel wachsen, als Boden, auf dem wir gut geerdet stehen können und als Element mit den Energieleitbahnen in uns Menschen.

Auf seelisch, geistiger Ebene sorgt das Erdelement dafür, dass wir uns um uns kümmern. Um uns selbst, um unsere Kinder, unsere Familie und um die Menschen, die uns nahestehen. Durch das füreinander Sorgen entsteht ein sicherer und starker Boden, der uns erdet und uns durchs Leben trägt, ein Band, das verbindet und nährt. Unser Zuhause entsteht. Im Innen wie im Außen. Der Ort, der uns Sicherheit gibt, ein gutes Gefühl, das Gefühl, willkommen zu sein, wertgeschätzt und geliebt zu werden. Dadurch sind wir sicher ins uns verankert, wir mögen uns, wir werden gemocht.

Es entsteht ein Band der Liebe untereinander, das uns Halt gibt im Leben. Dieses Band sorgt dafür, dass wir überleben. Nicht umsonst heißt die Erde „Mutter Erde“!

Lesen Sie an dieser Stelle bitte noch einmal den Vers zu Beginn des Textes: „Darum der Weise: Er lebt für den Bauch und nicht für das Auge…“: das bedeutet, sind wir gut geerdet und sicher im Leben verankert, kümmern wir uns gut um ums und umeinander, wir fühlen uns wohl, wir mögen uns. Magen und mögen haben denselben Wortstamm! Wir haben also ein gutes Bauchgefühl, unser Magen führt uns gut durchs Leben, wir hören auf den Bauch! Der äußere Schein kann uns nicht trügen.

Sich um sich selbst und die anderen gut kümmern bedeutet, darauf zu achten, was man zu sich nimmt, was man in sich aufnimmt: es sollte gute Nahrung sein, uns nähren! Gute Nahrung bedeutet, es ist etwas, das uns stärkt und hilft, uns zu verankern. Das gilt für Lebensmittel, Genussmittel aber auch für Erlebnisse, Eindrücke, Emotionen und die Menschen, die uns umgeben. Unsere geistige und emotionale Nahrung. Denn: alles, was wir über unsere Sinnes-Organe auf-nehmen, muss von uns verdaut werden: sehen, riechen, hören, schmecken, das Gefühl, das wir empfinden oder das, was wir in Gegenwart eines Menschen fühlen.

Achten Sie also darauf, was sie aufnehmen! Nicht jeder verträgt alles. Sorgen Sie gut für die Erde in Ihnen, damit diese mit all ihren Eigenschaften ein stabiler Boden für Sie sein kann, der Sie immer trägt und verankert.

Ich versuche nun einmal, die Begrifflichkeit „Gutes Lebensmittel“ zu definieren:

Lebens-, Nahrungs- und Genussmittel sind dann gut, wenn sie in einer ihrer Natur entsprechenden Umgebung gewachsen sind, ihrer Natur entsprechend hergestellt wurden, möglichst natürlich ge-lassen werden, ohne künstliche oder chemische Beihilfen.

Die Menschen, die die Lebensmittel anbauen und herstellen, sollten liebevoll mit ihnen und mit sich selbst umgehen. Genauso auch verantwortungs- und umweltbewusst.

Ebenso sollte der Ort beschaffen sein, an dem Sie die Produkte kaufen: die Menschen, die die Ware verkaufen, sollten respekt- und liebevoll mit ihr, mit sich selbst und untereinander umgehen.

Es sollte ein guter Ort sein, getragen von Harmonie und Für-Sorge.

Eine gute Ernährung findet ihren goldenen Abschluss im Verzehr. Und dieser ist nicht weniger bedeutungsvoll wie alles andere.

Li Yu, Ein Gelehrter aus der Qing-Dynastie schrieb: 

„Bei Ärger ist es leicht, das Essen zu schlucken, aber schwer, es zu verdauen, während bei Kummer das Essen schwer zu schlucken und auch schwer zu verdauen ist. Deshalb ist es ratsam, bei starken Gemütsbewegungen mit dem Essen zu warten, bis sie abgeklungen sind. Speisen sollten immer zur richtigen Zeit eingenommen werden, dann kann man sie leicht verdauen. Spät zu essen und das Essen zu verdauen ist besser, als früh zu essen und nicht verdauen zu können. Verdauungsprobleme bringen Ärger mit sich, während eine gute Verdauung den Menschen frei von Sorgen macht. Es ist nicht ratsam, Nahrung aufzunehmen, wenn sich starke Emotionen entwickeln.“

Ein Segen für unsere Erde (im weitreichendsten Sinne) 

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihr Essen! Essen Sie bewusst, in Ruhe und Harmonie. Vermeiden Sie Aufregungen beim Essen, Streit, Diskussionen, denn diese nehmen Sie mit auf. Es wird Ihren Magen daran hindern, das Essen gut zu verdauen. Vermeiden Sie, im Vorbei-Laufen, mal schnell nebenbei zu essen.

 

UND:

Wählen Sie bewusst, WAS Sie WO kaufen! Machen Sie die Augen auf und schauen Sie genau hin: wo kommt das Lebensmittel her, wer verkauft es.

 

Indem Sie umwelt-BEWUSST SIND, immer, sorgen Sie gut für Ihre eigene Erde, für die Erde Ihrer Lieben und für unser aller Erde, für unseren Planeten!

Der Boden auf dem Sie jeden Tag gehen dankt es Ihnen!

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:


Bitte beachten Sie: für den Inhalt diesen Artikel übernehme ich keine Haftung. Er kann den Besuch eines Therapeuten, Facharztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen.

Kategorien
News

Spätsommer

Strohballen auf dem Feld

„ Himmel und Erde kennen keine Vorliebe. Ihnen sind die abertausend Wesen wie Opferhunde aus Stroh.
Der Weise kenn keine Vorliebe. Ihm sind die Menschen wie Opferhunde aus Stroh.
Der Raum zwischen Himmel und Erde, gleicht er nicht einem Blasebalg?
Leer, doch unerschöpflich, je mehr bewegt, kommt immer mehr hervor. 

Viele Worte schnell zerrinnen, weit besser ist, das Innere zu bewahren.“
(Dao De Jing, Vers 5)

Yangsheng ist die Lehre von der Pflege des Lebens: was können wir tun, wie können wir uns verhalten, um uns gesund zu erhalten oder bei Krankheit gesund zu werden. Es sind oft ganz einfache Dinge, die, üben und beherzigen wir sie täglich, uns helfen, gesund zu bleiben und aus einer Krankheit einen Weg herauszufinden.

Es geht nicht darum, sein ganzes Leben zu verändern. Und doch: werden wir krank, bedeutet das, es hat sich in unserem Körper und in unserer Seele ein Ungleichgewicht eingestellt. Dieses Ungleichgewicht ist durch unser Verhalten, unsere Gewohnheiten und durch äußere Umstände entstanden. Wollen wir nun gesundwerden, ist es erforderlich, einige Dinge zu ändern. Kleinigkeit. Schritt für Schritt. Nicht alles auf einmal.

In meiner Reihe Yangsheng möchte ich Sie nach und nach auf Kleinigkeiten in unserem Alltag hinweisen und sie so ermutigen, etwas zu verändern. Nur ein bisschen.

Heute steht der Spätsommer vor der Tür:

Die Ernte-Zeit, in diesem Jahr schon viel früher wie in anderen Jahren. Trotzdem ist die Veränderung in der Jahreszeit deutlich spürbar. Auf einmal: das Licht ist anders, die Tage werden kürzer, die Hitze zieht sich zurück, die Pflanzen, wenn sie der Trockenheit nicht zum Opfer gefallen sind, ziehen sich ebenfalls nach und nach zurück. Es ist die Zeit, sich langsam auf den Winter vorzubereiten:

Obst, Gemüse und Nüsse werden geerntet, Kräuter und Wurzeln gesammelt; wir kochen Kompott, Marmelade und Gelee, trocknen Kräuterlein und Wurzeln. Alles wird in Gläser gefüllt und zur Aufbewahrung an einen guten Ort gebracht. Der Winter kann kommen.

Geht es Ihnen so? Spüren Sie die Veränderung in der Natur und den Drang, zu Sammeln und Einzukochen, alles für den Winter zu verarbeiten? Denn das liegt in der Luft, tatsächlich. Das macht diese Jahreszeit mit uns, wenn wir darauf hören, es fühlen, aufmerksam sind.

Versuchen Sie es einmal: Lassen Sie Ihre Gedanken zur Ruhe kommen. Lauschen Sie auf die Natur, lauschen Sie in die Natur hinein. Sehen Sie, wie anders das Licht geworden ist. Riechen Sie die Düfte draußen um sich herum, die Äpfel, die auf dem Boden liegen, die frisch geernteten Pflaumen. Nehmen Sie das Obst in die Hände und fühlen Sie, wie reif es schon ist. Nehmen Sie all das wahr und lassen Sie es wirken, ganz in Ruhe……

Können wir unsere Gedanken abschalten, zur Ruhe bringen, nehmen wir unsere Umgebung besser wahr. Wir sind nicht nur mit Denken beschäftigt. Um zur Ruhe zu kommen, können wir unsere Sinne benutzen. Die Freunde der Praktischen Philosophie kennen hierfür eine leichte und sehr effektive Übung: Die Stille-Übung. Sprechen Sie mich an, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen!

Verbinden wir uns mit unseren Sinnen, hören wir, sehen wir, riechen wir, fühlen wir, was um uns herum ist und konzentrieren uns ganz allein darauf. Versuchen Sie es, es funktioniert! Wir bekommen mit, was gerade in diesem Moment um uns herum ist.

Was ist wirklich gerade in diesem Moment hier und jetzt? Konzentration! Sehen, fühlen, riechen, hören: genau das ist es!

Was aber hat das nun mit der Lebenspflege und dem Element Erde des Spätsommers zu tun?

Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Sinne, unser Hören, Riechen, Sehen, Schmecken und Fühlen, nehmen wir wahr, was um uns herum ist: die Vögel, die Blumen, die Bäume, die Wolken, unseren Gesprächspartner, unser Gegenüber im Bus, derjenige, der an der roten Ampel im Auto nebenan sitzt. Wir sind so verbunden mit unserer Umwelt. Sind wir mit Denken, Planen, Grübeln beschäftigt, sind wir mit uns alleine (beschäftigt). Sehen wir, sind wir mit unserer Um-Welt verbunden.

Das miteinander verbinden ist die Aufgabe des Erdelementes. Die Mutter Erde verbindet uns alle, die auf ihr leben, miteinander. Einfach aus ihrer Eigenschaft heraus: sie ist unser Boden, auf dem wir stehen und diejenige, die uns unsere Nahrung liefert.

Die Gefühle, die der Erde nach der Chinesischen Medizin innewohnen, sind: sich sorgen umeinander und Mitgefühl füreinander haben.

Es geht also um

  • Sich miteinander zu verbinden
  • Sich sorgen umeinander, auch um sich selbst
  • Mitgefühl füreinander haben, auf für sich selbst.

Sich umeinander Sorgen bedeutet, Sorge tragen füreinander, Verantwortung übernehmen für das, was man tut oder nicht tut und dafür, wie man sich verhält dem Anderen gegenüber. Alles hat eine Wirkung: mein Tun und mein Nicht-Tun, mein Verhalten. Es wirkt auf meine Umwelt, die Menschen, die mich umgeben, es hinterlässt eine Spur. Auch, dass wir uns um uns selbst sorgen, also Sorge dafür tragen, dass es uns gut geht, dass wir glücklich sind, liegt in dieser Bedeutung. Es ist wichtig für das eigene Wohlbefinden, dass wir Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen, für unser Glück, und aktiv etwas dafür tun. Dafür Sorge tragen. Wir selbst für uns. Wir selbst für den Anderen. Wir selbst für die Erde, auf der wir leben.

Unser Mitgefühl füreinander bewirkt in uns, dass wir mit dem anderen Wesen mit-fühlen können: mit dem Tier, der Pflanze, unserem Freund, unseren Kollegen, den Eltern, den Kindern, dem Menschen, der gerade da ist. Indem wir unser Herz öffnen, unsere Sinne öffnen, verschenken wir unser Gefühl an den anderen. Wir fühlen mit. So entsteht ein wunder-volles Miteinander, das heilsam wirkt.

Nicht anders sollten wir uns aber auch uns selbst gegenüber verhalten: es ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sehr wichtig, dass wir mit uns selbst mit-fühlen können. Dass wir wissen, warum wir dieses Gefühl haben (Zorn, Traurigkeit) und uns dafür nicht verurteilen, sondern Mitgefühl entwickeln, also mit-fühlen. Wir verbinden uns damit mit uns selbst und kommen uns selbst nicht fremd vor.

DESHALB:

Schauen Sie über den Tellerrand hinaus und bedenken Sie, was ihr Handeln oder Unterlassen bei Ihnen selbst und auch bei anderen bewirkt: Welche Auswirkung wird es haben, welche Konsequenz. Wird es Ihnen wirklich gefallen? Nutzen Sie Ihre Sinne, um zu erfahren, wie es Ihnen selbst und dem anderen momentan geht (zu-hören, an-schauen, hinein-fühlen, mit-fühlen), wer davon betroffen ist (hin-sehen, an-hören, in-sich-hineinhören). Lassen Sie es zu, still zu werden und zu überdenken.

Verschenken Sie ihre Aufmerksamkeit und Ihr Mitgefühl, an andere und an sich selbst. Liebe entsteht.

Es ist wichtig, dass wir für unser eigenes Wohl sorgen und dass wir uns alle umeinander sorgen. Jeder von uns benötigt unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, auch die Erde, auf der wir wohnen, und die Pflanzen und Tiere, die unsere Nachbarn sind.

„Kannst du deine Seelenkräfte vereinigen, das Eine umfangen und so ungeteilt sein?
Kannst du deine Atemkraft sammeln, zur Weichheit gelangen und so wie ein Kindlein sein?
Kannst du klären und läutern dein inneres Schauen und so ohne Irrtum sein?
Kannst du die Menschen lieben, das Land regieren und dabei im Nicht-Tun sein?
Kannst du, wenn die Himmelspforten sich öffnen und schließen, wie eine Vogelmutter sein?
Kannst du hellklar alles durchdringen und dabei ohne Wissen sein?

Erzeuge das, nähre das!
Erzeugen, doch nicht besitzen.
Wirken, doch nicht daran hängen.
Behüten, doch nicht beherrschen.

Dies nennt man: tiefgründige wahre Tugend.“
Lao Tse, Tao Te King, Vers 10

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:


Bitte beachten Sie: für den Inhalt des Artikels übernehme ich keine Haftung. Er kann den Besuch eines Therapeuten, Facharztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen.

Kategorien
News

Yang Sheng – Das Leben nähren

Lao Zi sagt: „Hege keine Sorgen und halte dich fern von Ruhm und Reichtum.“

Eine ziemlich gewagte These, finden Sie nicht!? Ich denke, es ist ein sehr weiser Satz! Lassen Sie die Worte einmal in Ruhe auf sich wirken!

„Hege keine Sorgen…“: was machen Sorgen mit uns? Sie lassen uns angespannt sein, unser Herzschlag erhöht sich, sie bereiten uns schlaflose Nächte, sie bringen uns aus der Ruhe. Haben wir Sorgen, machen wir uns zu viele Sorgen, sind wir aus dem Gleichgewicht. Der ideale Nährboden für Krankheiten.

„Halte dich fern von Ruhm und Reichtum“: auch hier wieder die Frage: Tragen Ruhm und Reichtum zu einem sorgenfreien und entspannten Leben bei? Machen sie glücklich? Prüfen Sie das doch einmal in Ihrem Alltag: Sind diejenigen, die Ruhm und Reichtum besitzen, wirklich glücklich, sorgenfrei und gesund? Schauen Sie hinter die Fassade!

Ich schaue schon mein Leben lang hinter die Fassade, die mir gegenüber steht: ist der Starke wirklich so kraftvoll? Ist der Clown in seinem Inneren wirklich glücklich? Ist der gutaussehende Mensch wirklich schön in seinem Inneren?

Ich konnte nichts dergleichen feststellen. Das, was wir zunächst sehen, bemerken, fühlen an unserem Gegenüber, an den anderen Menschen,  ist meist nicht das, was sich dahinter verbirgt. Tief im Inneren sind wir Menschen doch alle gleicher. Deshalb bewegt mich Satz von Lao Zi wirklich sehr und ist tatsächlich Teil meiner täglichen Motivation.

Die augenscheinliche Sicherheit, die uns unser Job bietet, der Ruhm, den wir auf der beruflichen Erfolgsleiter nach oben erlangen, sichert uns zwar finanziell ab und lässt uns beliebt und geliebt erscheinen….

Verlieren wir aber diese finanzielle Sicherheit, und schweben wir nicht mehr auf der Wolke des Ruhms, gerät oft alles aus dem Gleichgewicht und nichts kann uns mehr Halt geben. Oft folgt ein Sturz ins Ungewisse, gefolgt von einer unsanften Landung oder gar eine unendliche Folge von Wirbelstürmen oder Krankheiten.

Auch hier schreibe ich aus meiner eigenen Erfahrung heraus: mein Leben war die meiste Zeit lang eine einzige Abfolge von Wirbelstürmen und Krankheiten, ständigem Chaos, getarnt von unendlichem Ehrgeiz, maximaler Perfektion, getrieben von dem Ziel, es immer besser und alles auf einmal machen zu wollen: ich schaffe alles, wenn ich nur nicht aufhöre zu rennen und nur hart genug daran arbeite, war meine feste Überzeugung, gefolgt von dem Glauben, dass ich wirklich ausnahmslos alles weiß.

Ich konnte erst damit aufhören, als ich wirklich sehr hart aufgeschlagen bin, so oft, dass ich es nicht mehr aushalten konnte und begann, mein Denken und Handeln zu ändern. Langsam kam die Ruhe in mein Leben, das Nichts, die Sanftheit. Das ging natürlich nicht auf einmal, aber so nach und nach, Tröpfchen für Tröpfchen, damit ich es auch aushalte. Ruhe, das Nichts und die Sanftheit muss man aushalten können. Es löste sich ein Drama nach dem anderen, ich lernte kennen, was es heißt, traumatisiert zu sein und wie sich das Leben anfühlt, ohne ständige Panik und Angst. Ich lernte den Satz, „wie ein Phönix aus der Asche steigen“ am eigenen Körper kennen. Heute bin ich rundherum neu, im Inneren und im Äußeren. Und es ist ein Segen.

All das, was mir in der zurückliegenden Zeit wirklich geholfen hat, gebe ich als Heilpraktikerin in meinen Behandlungen weiter, lebe es als Privatperson und möchte in diesem Jahr auch darüber schreiben: in den TCM-News. Denn das alles bedeutet für mich heute Yang Sheng: Das Leben pflegen.

Mosaik

 

„Viele Steine meines Lebens lagen kreuz und quer verteilt.

Als ich sie zusammen fügte, hat das Bild mein Herz geheilt.“ Irene Tews

Ganz oben auf meiner Yang Sheng-Liste steht die Erkenntnis, dass es sich tatsächlich lohnt, JEDEN TAG etwas für seine Gesundheit zu tun. Und die Betonung liegt hier auf JEDEN TAG ETWAS. Sie werden von mir eine Menge Tipps erhalten, da ich viele Erfahrungen machen durfte. Schauen Sie einfach, ob etwas für Sie dabei ist, das Sie entspannt in Ihren Alltag integrieren können, ohne Stress und Druck, mit viel Spaß. Nur dann wird es helfen. Gut für Sie ist das, von dem Sie sich direkt angesprochen fühlen. Den Rest können Sie erst einmal zur Seite legen. Vielleicht schauen Sie es sich in einem halben Jahr erneut an und es ist dann gut für Sie.

Den Satz ganz zu Anfang von Lao Zi habe ich auch deshalb gewählt, weil er etwas für mich ganz wesentliches aussagt: „Hege keine Sorgen…“. Oft betreiben wir das „sich sorgen“ wie eine Meisterschaft: kaum einer kann uns übertreffen im „sich sorgen machen“. Die Gedanken kreisen endlos um Menschen und Ereignisse, die uns Sorge bereiten. Nichts kann diese Endlosschleife stoppen. So scheint es.

Und doch: es gibt etwas, dass Sie aktiv tun können, um Ihr Gedankenkarussell zu verlangsamen oder gar anzuhalten: Die Ruhe und das Nichts. Und nein, das ist keineswegs ein Widerspruch in sich selbst. Sie können lernen, Ruhe zu halten und das Nichts zuzulassen.

Mir hat dabei die Meditation geholfen.

Vor ein paar Jahre meinte meine liebe Yoga-Lehrerin, da ich an starken Migräneattacken litt, die meinen Alltag sehr einschränkten, es würde kein Weg daran vorbei führen, mit der Meditation zu beginnen. Wie recht sie doch hatte! Ich wurde in die ganz simple Technik des Meditierens eingeführt und praktizierte sie von da an. Jeden Tag.

Nein, das ist nicht ganz richtig! Es gibt wie mit allem Höhen und Tiefen. Es geht und es geht nicht. Meditieren und Nicht-Meditieren, Motivation, keine Motivation. Aber das Entscheidende war der Entschluss, zu meditieren.  Meine Yoga-Lehrerin sagte damals: „Du trifft die Entscheidung, es zu tun und bleibst dabei. So einfach ist das.“

Und es stimmt. Wichtig ist die Entscheidung dafür! Dann bleibt man dran. Es gibt Tage, da fehlt die Lust. Aber das macht nichts, man macht dann einfach am nächsten Tag weiter. Ich habe mal mehr Zeit und mal weniger, wie jeder andere auch. Also meditiere ich mal 5 Minuten, mal eine halbe Stunde, ab und zu eine Stunde, je nachdem. Wichtig ist, es zu tun. Regelmäßig. Körper, Geist und Seele registrieren es und reagieren. Sie werden es merken, der Effekt tritt ein: Langsam, Tröpfchen für Tröpfchen, tritt Ruhe in Ihr Leben. Alles wird entspannter, langsamer. Ihre Wahrnehmung wird klarer. Ihre Nerven sind weniger strapaziert. Die Gedanken kreisen langsamer. Sie lernen mit dem Meditieren eine Technik kennen, die es Ihnen ermöglicht, mehr Qualität in Ihr Leben zu locken, mehr Ruhe und Gelassenheit. ES FUNKTIONIERT TATSÄCHLICH!

Im Tempel der Stille

 

„Falte Deine Hände

Vor der Stirn

Und Du reinigst

Deinen Körper.

Sprich beständig

Den Dir gegebenen Laut

Und Du reinigst

Deine Worte.

Lass alle Deine Gedanken los

Und Du reinigst Deinen Geist.“

Aus: Im Tempel der Stille, S. 71, von Chao-Hsiu Chen.

 

 

Sie wissen nicht, wie Sie meditieren sollen? Ich zeige es Ihnen!

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:

 

„Optimismus ist in seinem Wesen keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern es ist

 Eine Lebenskraft!

 Eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren,

 Eine Kraft, den Kopf hoch zu halten, wenn alles fehlzuschlagen scheint,

 Eine Kraft, Rückschläge zu ertragen,

 Eine Kraft, die die Zukunft niemals dem Gegner lässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt. „

 Dietrich Bornhoeffer

Kategorien
News

Herbst: Metall-Zeit, Zeit des Wandels

„Der Körper eines Menschen gleicht einem Königreich. Der Ort der Lungen und des Bauchraumes sind die Palasträume. Die vier Gliedmaßen sind seine Grenzgebiete. Die Knochen und Gelenke gleichen den Verwaltungseinrichtungen. Der Geist ist der Herrscher. Das Blut gleicht den Beamten. Das Qi gleicht dem Volk. Wenn man weiß, wie der Körper zu pflegen ist, dann weiß man auch, wie ein Staat zu regieren ist. Wenn man sein Volk liebt, dann ist das Land friedlich. Wenn man sein Qi bewahrt, dann hält man seinen Körper zusammen. Verstreut sich das Volk und wandert ab, dann geht das Reich unter. Erschöpft sich das Qi, dann stirbt der Körper.“

(Baopuzi, chin. Philosoph aus dem 6. Jhdt.n.Chr.)

Es ist Herbst, die Zeit des Elementes Metall, die Zeit von Lunge und Dickdarm. Dem Metall zugeordnet wird das Lebensalters von ca. 50 -65 Jahren. Es ist ein Alter des Wandels, es ist die Jahreszeit des Wandels.

Wie jedes Mal, wenn ich anfange zu schreiben, frage ich mich, was wir gerade jetzt von der Natur lernen können. Im Metall steckt Wandel, Abschied, Trauer und auch Leben. Die Lunge versorgt uns mit Lebensenergie und schützt uns vor der Außenwelt (der Lunge wird die Haut zugeordnet), der Dickdarm scheidet für uns alles aus, was für uns nutzlos geworden ist.

Mir fällt Yangsheng ein.

Yangsheng ist die Lebenspflege, all das, was wir tun können, um die Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen, von der Ernährung, einer ausgewogenen Bewegung bis hin zu Verhaltens- und philosophischen Sicht-weisen.

Die Lunge kann uns nur mit ausreichend Lebensenergie versorgen, wenn wir dafür Sorge tragen, dass sie selbst gut versorgt und gepflegt ist. Unser Dickdarm kann nur dann allen Müll ausscheiden, wenn wir eine gute Verdauung und keine Verstopfungen haben.

Die Gesundheit ist ein hohes Gut, dass es zu pflegen gilt, das nicht von alleine vorhanden ist und auch nicht von alleine bleibt.

Wenn wir als Säugling das Licht der Welt erblicken, fließt die Energie frei und alle Organe funktionieren in Harmonie, so dass das kleine Wesen leben kann.

Sind die vorgeburtlichen Voraussetzungen so, dass wir gesund sind, gilt es, die Gesundheit zu bewahren. Sind wir von Geburt an geschwächt oder krank, ist unser Ziel, gesund zu werden oder aber den Zustand nicht weiter zu verschlechtern, was dann wieder die Gesunderhaltung ist.

Qian Jin Yao Fang, ein chinesischer Philosoph, sagt dazu:

„Wenn ein Mensch im Kindes- und Säuglingsalter ist, dann handelt er gemäß den Bedürfnissen seines Qi´s. Wenn ein Mensch krank ist, dann muss er seine Feinstoffe und das Qi vervollständigen. Wenn die Feinstoffe und das Qi schwach und verdorben sind, dann sind seine Blutgefäße nicht gefüllt. Das aber liegt daran, dass er ohne richtige Methode der Pflege und der Bewahrung war, nachdem er die Gebärmutter verlassen hat….“.

Meist kommt uns im Laufe unseres Lebens unsere Gesundheit zum Teil oder gar vollständig abhanden aufgrund unserer Lebensweise: zu viel Stress, schlechte Ernährungsgewohnheiten, ein Unfall, zu viele Sorgen, Nöte und Ängste sorgen dafür,  dass Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht geraten: wir werden krank, verlieren unsere Energie. Oft ist es dann ein mühevoller und langer Weg, die Gesundheit wieder zu erlangen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Nicht immer gelingt uns das.

Im alten China war es ein großes Ziel, möglichst alt zu werden und dabei auch möglichst gesund zu bleiben. Es wurden viele Konzepte und Methoden entwickelt, das Leben zu pflegen oder die Gesundheit wieder her zu stellen und dann auch zu erhalten. Ein chinesischer Arzt war stets ein guter Arzt, wenn seine Patienten gesund blieben. Die Menschen sind präventiv zu ihm gekommen. Die Traditionelle Chinesische Medizin hat also neben der heilenden Wirkung auch einen Vorsorge-Charakter: Qigong, Taijichuan, die Ernährungslehre und die Philosophie, die Akupunktur, die Arzneimittellehre und die Tuina-Massage dienen der Gesund-Erhaltung und dazu, Gesundheit wieder zu erlangen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, was es bedeutet, krank zu sein. Mein ganzes Leben haben mich Krankheiten begleitet. Ich habe mich allerdings nie mit irgendeiner Diagnose abgefunden, sondern mich auf den Weg gemacht, gesund zu werden. Heute bin ich gesund, welch Segen! Ich komme ohne Schmerzmittel und anderen Abhängigkeiten aus. Es war ein langer Weg und kein Zuckerschlecken. Ich habe gelernt, auf mich aufzupassen, vorzusorgen und alles anders zu machen, wie vorher.  Gesundwerden geht nicht ohne Veränderung. Wir müssen die Dinge, die uns krank gemacht haben, wie unsere Verhaltensmuster, Ernährungsgewohnheiten, Denkmuster und Glaubenssätze hinter uns lassen und neu laufen lernen.

Es ist ein Weg.

Wir haben natürlich die Möglichkeit, die Symptome allein zu behandeln, um uns Linderung zu verschaffen. Das allein stellt allerdings die Gesundheit nicht wieder vollständig her. Es lindert die akuten Schmerzen und Einschränkungen und hilft uns für den Moment. Das ist völlig in Ordnung und oft genau das, was wir benötigen.

Und trotzdem macht es Sinn, jeden Tag ein klein wenig auf uns zu achten und uns um Körper, Geist und Seele zu kümmern.

Was genau ist es aber, das wir tun können?

Sun Simiao (chin. Arzt und Philosoph aus dem 6. Jh.n.Chr. ) sagt:

„Der menschliche Körper ist eigentlich leer und einzig allein gibt es in ihm den Fluss des Qi. Der Puls des Qi hat Struktur, so dass die 100 Krankheiten nicht entstehen können. Wenn die Botschaft nicht mehr stimmig ist, dann entstehen am Ende alle Krankheiten. Diejenigen, die das Sammeln und Nähren der Lebenskraft betreiben möchten, müssen unbedingt die Regulation des Qi darin kennen. Die Regulation des Qi heilt alle Leiden der 10.000 Krankheiten, genauso sicher, wie in 100 Tagen die Körperhaare wachsen. Man muss es an sich selbst erleben, Worte reichen nicht aus, um es zu beschreiben.“

Es geht also darum, das Qi zu sammeln und zu nähren und dafür zu sorgen, dass es ohne Unterbrechung frei fließen kann.

Was aber hindert das Qi daran, frei zu fließen, was hindert uns daran, Qi zu sammeln und zu nähren?

Hier hilft uns Sun Simiao wieder weiter:

“Die Meister der Nährung der natürlichen Anlage spucken nicht weit aus (um den Speichel als direkten Ausdruck des Qi zu bewahren), sie gehen nicht schnell, sie überreizen ihre Ohren nicht, sie überanstrengen ihre Augen nicht, sie sitzen nicht zu lange an einem Ort, sie stehen nicht so lange bis sie müde sind, sie schlafen nicht zu lange.“

Der goldene Mittelweg ist ein guter Berater, nicht zu viel und nicht zu wenig von allem.  Sun Simiao sagt weiter:

„ Esse nicht zu viel, trinke nicht zu viel Alkohol,  hebe nicht zu schwer, sorge dich nicht zu sehr, ärgere Dich nicht zu sehr, traure nicht zu tief, fürchte nicht zu arg, renne nicht zu viel, rede nicht zu viel, lache nicht zu viel.“

„Wenn du lange leben willst, verringere dein Denken und dein Streben, verringere deine Begierden und deine Angelegenheiten, verringere dein Geschwätz und dein Lachen, deinen Ärger und dein Glück, dein Begehren und deine Enttäuschung, deine Neigungen und deine Ablehnungen. Das sind die 12 Verringerungen. Alle, die die natürliche Anlage nähren, müssen das wissen.“

Leben wir in einer generellen Überbetonung, nennt der chin. Arzt das die 12 Übermäßigkeiten. Deren Wirkung ist wie folgt:

„Wenn die 12 Übermäßigkeiten nicht beseitigt werden, dann verlieren das konstruktive Qi und das protektive Qi ihr rechtes Maß und das Blut-Qi beginnt sich widersinnig zu bewegen. Das ist die Ursache für den Verlust des Lebens.“

Sun Simiao gibt uns konkrete Hinweise auf all das, was uns schädigt. Die 12 Übermäßigkeiten sind damals wie heute dieselben. Alles ist heute wie gestern ganz schnell zu viel, wenn wir nicht darauf achten: Lärm, Stress, Arbeit, Informationen, Unterhaltung(smedien), Essen, Trinken, selbst das Schöne kann zu viel sein, also Feste, Treffen mit Freunden, Theater, Musik, wenn wir geschwächt sind.

Und schon damals haben sich die Ärzte und Philosophen Gedanken gemacht, was man gegen das „zu viel“ tun kann, wie man sich verhalten kann, um sein Leben zu pflegen.

Tao Hongjing, ein berühmter Daoist (456-536) gibt uns folgenden Rat dazu:

„Von der Notwendigkeit des Leben Nährens heißt  die erste ´sparsamer Geist´, die zweite ´das Qi lieben´, die dritte ´die äußere Gestalt pflegen´, die vierte ´Führen des Qi und Dehnen des Körpers´, die fünfte ´Ausdruck in der Sprache´, die sechste ´Essen und Trinken´, die siebte ´Sexualhygiene´, die achte ´Abkehr von der Welt´, die neunte ´medizinische und pharmazeutische Kenntnisse´ und die zehnte ´Verbote und Tabus´. Wenn man diese Punkte aber übertreibt, dann kann deren Bedeutung Schaden nehmen.“

Sun Simioa hat für uns folgende Tipps parat:

„Wenn morgens die Sonne aufgeht, dann wasche das Gesicht ohne die Augen zu öffnen. Das beschert dem Menschen ein Zusammenziehen der Augen mit extra Befeuchtung. Wenn der Tag klar wird, rede dann immer nur über angenehme Dinge und nicht über schlechte Dinge. Höre dann keine schlechten Geräusche oder zornige Stimmen. Schreie nicht herum, so dass

Du atemlos bist. Verschaffe dir keine schlechte Stimmung. Rede nicht anderen Leuten nach dem Mund, verbiege dich nicht. Gehe vor niemanden auf die Knie. Setz dich nichts schutzlos aus. Das alles ist nicht vorteilhaft. ….Mach dann, was du machen willst, ganz so, dass du der Herr über deine Taten bist. Das alles ist glücklich.“

 

 Und wie wir aus den alten Texten lernen können, war es schon im 6. Jhdt. v. Chr. bekannt, welch hohe Bedeutsamkeit die Achtsamkeit hat.

„Praktiker, die die natürliche Anlage pflegen und nichts über die Methode der „Vorsicht von sich aus“ wissen, genügen nicht, um über die Lehre der Pflege der natürlichen Anlage zu diskutieren, denn deren erster Lehrsatz heißt „von sich aus vorsichtig sein“.

„Wer von sich aus vorsichtig sein will, der soll bereits in den Winzigkeiten vorsichtig sein. Alle sind von derselben Art und gleichen sich in diesem: Sie wollen nicht die einfachsten Dinge üben und haben keine Ahnung, woher Krankheiten kommen. Wenn man darüber still redet und nachdenkt, dann könnte man tief seufzen. Der Gelehrte muss das jedoch zuerst wissen. Er muss von sich aus die Gefahr erkennen und vorsichtig sein.“

Anm.: die Zitate sind entnommen der Zeitschrift Qi, 02/2015, Artikel Yangsheng von Dr. Manfred Kubny.

 In der nächsten Ausgabe geben ich Ihnen ganz konkrete Tipps, was Sie tun können, um Ihr Leben zu pflegen.

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:


Bitte beachten Sie: für den Inhalt diesen Artikels übernehme ich keine Haftung. Er kann den Besuch eines Therapeuten, Facharztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen.

Kategorien
News

Spät-Sommer: Ganz einfach natürlich

 „Begierden gibt es viele, aber Dinge nur wenige“

(Mo Zi, chin. Philosoph)

Jetzt ist es September, schon bald kommt der Herbst, die Zeit des Metalls. Doch das Thema Erde beschäftigt mich noch immer, deshalb widme ich ihm eine weitere Ausgabe der TCM-News.

Vielleicht haben Sie sich ja nach dem Lesen der letzten Ausgabe gefragt: wie mache ich das denn nun, mich gut um mich selbst zu kümmern, um andere, um die Erde in mir, um unser aller Erde. Was bedeutet denn überhaupt „gut“?

Wenn ich auf solch eine essentielle Frage treffe und nach einer Antwort suche, schaue ich immer in die Natur:

Die Tiere und Wesen, die Pflanzen, die Landschaft, Wiesen und Wälder, unsere Jahreszeiten leben es uns vor. Es ist ein respektvolles Miteinander und für alle ist alles ausreichend – Platz, Nahrung etc.  Jeder nimmt sich nur das, was er wirklich benötigt, um sein Überleben zu sichern und stellt damit auch gleichzeitig dem nächsten das zur Verfügung, was dieser benötigt, um existieren zu können. Alles greift ineinander über, hat seinen Sinn und einen Platz im Kreislauf, alles und alle profitieren voneinander. Ganz natürlich in einem instinktiven Miteinander.

Läuft aber manchmal etwas nicht nach Plan, findet sich eine andere Lösung: Ist der Wurzel eines Baumes der Weg versperrt, sucht sie sich eben einen anderen. Finden Tiere an dem einen Ort keine Nahrung, ziehen sie eben an einen anderen. Ganz selbstverständlich wird einfach ein anderer Weg eingeschlagen. Das Leben läuft, harmonisch, in Ruhe, in einem respektvollen miteinander: Pflanzen, Tiere, Flüsse, Berge, unsere Landschaft, unser Planet.

Und wir Menschen können uns daran ein Beispiel nehmen und es der Natur gleich tun. Die Antwort auf meine eingangs gestellte Frage lautet also:

Gehen wir respektvoll miteinander um, mit uns, mit dem anderen, mit den Tieren und Pflanzen, mit unserer Umwelt.

Auch wir Menschen, jeder einzelne, sollte nur das für sich beanspruchen, was er wirklich zum Leben braucht.

Im Alltag bedeutet das ganz praktisch: Haben Sie sich schon einmal, bevor Sie etwas Neues gekauft haben, die Frage gestellt, ob Sie das wirklich benötigen? Versuchen Sie doch einmal, sich diese Frage zunächst grundsätzlich mit „Nein“ zu beantworten und dann in drei oder vier Wochen noch einmal darüber nachzudenken. Oder alternativ: schauen Sie zuerst alles an was Sie besitzen: auch im Keller und auf dem Speicher und in allen Schränken. Ist da nicht etwas dabei, das den gleichen Zweck erfüllt oder umgestaltet werden kann und Sie gar nichts neu kaufen müssen!

Und alles, was Sie auf diese Weise finden, was Sie nicht mehr benötigen und nutzen, verschenken Sie einfach weiter an jemanden, der es gut gebrauchen kann (z.B. Bücher, Kleidung etc.). So sparen wir wertvolle Ressourcen und beginnen, unser Konsumverhalten entscheidend zu verändern. Denn: brauchen wir wirklich alles, was wir besitzen? Um muss es immer etwas Neues sein?

Sich diese Fragen zu stellen bedeutet auch, respektvoll mit allem umzugehen, den Wert zu schätzen, den jedes einzelne Ding hat und nichts zu verschwenden, vorschnell wegzuwerfen oder unnötig aufzubewahren. Die Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt, das dürfen wir nicht vergessen!

Und um den Kreis hier zu schließen und zu uns selbst zurück zu kommen und dazu, was es bedeutet, gut mit uns umzugehen: auch unsere Ressourcen sind begrenzt. Unser Körper ist nicht endlos belastbar, Geist und Seele lassen sich nicht unbegrenzt überstrapazieren.

Deshalb:

Gehen Sie respektvoll, wertschätzend, behutsam, achtsam und schonend mit sich selbst um! Stellen Sie sich täglich die Frage: muss ich tatsächlich immer besser werden, immer schneller, immer weiter kommen? Genüge ich nicht einfach so, wie ich bin!

Wert-schätzen Sie Ihren Körper:

Nehmen Sie drei Mahlzeiten am Tag zu sich, nicht weniger, nur weil Sie glauben, keine Zeit dafür zu haben. Essen Sie frische, natürliche Lebensmittel vom Erzeuger vor Ort, meiden Sie Fertigprodukte. Machen Sie eine Pause zwischendurch und lächeln Sie, bei allem was Sie tun (auch wenn es augenscheinlich keine Freude bereitet, …… sie werden sehen, das wird sich ändern 😉 ). Die Erde in Ihnen dankt es Ihnen!

Wert-schätzen Sie Geist und Seele:

Hetzen Sie nicht durch den Tag, werden Sie langsamer, seien Sie aufmerksam, ruhen Sie sich auch aus. Tun Sie ausschließlich das, was Sie tun wollen. Gelingt das einmal nicht, respektieren Sie die Notwendigkeit, etwas zu tun, was nicht immer Spaß macht. Alles hat seinen Sinn.

Tun Sie weniger. Lernen Sie, sich zu mögen, so wie Sie sind.

Wert-schätzen Sie Ihre und unsere Umwelt:

Pflegen Sie einen liebevollen Umgang mit allem Leben und allen Dingen. Verschwenden Sie nichts, konsumieren Sie weniger.

 

Der Boden, der uns das Leben schenkt, dankt es uns!

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:


Bitte beachten Sie: für den Inhalt diesen Artikels übernehme ich keine Haftung. Er kann den Besuch eines Therapeuten, Facharztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen.

Kategorien
News

Spät-Sommer: Mutter Erde

ursprünglicher Wald

„Die fünf Farben täuschen die Augen der Menschen,
die fünf Töne betäuben die Ohren der Menschen,
die fünf Geschmacksrichtungen betören die Gaumen der Menschen,
schwer zu erlangene Güter behindern die Wege der Menschen.

Darum der Weise:

Er lebt für den Bauch und nicht für das Auge, so vermeidet er das Eine und wählt das Andere.“

(Dao De Jing, Vers 12)

chin. Zeichen für „Mutter Erde“

Haben Sie es auch schon bemerkt? Das Licht hat sich verändert! Es ist gelber geworden, goldener. Alles scheint wie in einen sanften Gold-Ton getaucht. Es ist Spätsommer, Ernte-Zeit, Zeit des Elementes Erde.

Dem Element Erde wird in der TCM folgendes zugeordnet: als Leitbahnen: Milz und Magen, als Farbe: gelb, als Emotion: sich sorgen, Himmelsrichtung: die Mitte, das Zentrum, Lebensalter: Lebens-Mitte, Geschmack: süß, als Elternteil: die Mutter (der Vater wird dem Metall zugeordnet), als Jahreszeit: der Spätsommer,  als geistige Qualität: zielgerichtetes Denken, als Aktivität: verbinden, harmonisieren.

Es ist August, die Ernte hat begonnen: Alles, was wir im Laufe des Jahres gesät haben, ist nun reif. Die Erde hat die Saat zu vollwertigen Pflanzen und Früchten heranwachsen lassen. Die Landwirte haben sich gut darum gekümmert, dass der Ackerboden genau so beschaffen ist, dass das Saatgut zu guten, nahrhaften Pflanzen heranreifen kann, die uns den Rest des Jahres ernähren, die unser Überleben sichern werden. Trägt der Ackerboden nicht den erwarteten Ertrag, ist die Existenz des Landwirtes bedroht, im schlimmsten Fall sein Überleben, unser aller Leben.

Durch die Fürsorge des Landwirtes ist sichergestellt, dass der Ackerboden uns nährende Pflanzen austragen kann. Würde er sich nicht kümmern, würde alles ver-kümmern.

Und genauso ist es um das Erd-Element in uns Menschen bestellt: Milz und Magen als die Energieleitbahnen und Organe haben die Aufgabe, die Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, zu verdauen und weiterzuleiten. Alles wird in seine einzelnen Bestandteilen auf gesplittet und an die anderen Organe weitergeleiten, um diese mit der Nahrungs-Essenz gut zu versorgen, damit der ganze Organismus das erhält, was er zum Überleben benötigt.

Die Erde sorgt für uns. Als Boden, in dem unsere Nahrungsmittel wachsen, als Boden, auf dem wir gut geerdet stehen können und als Element mit den Energieleitbahnen in uns Menschen.

Auf seelisch, geistiger Ebene sorgt das Erdelement dafür, dass wir uns um uns kümmern. Um uns selbst, um unsere Kinder, unsere Familie und um die Menschen, die uns nahe stehen. Durch das füreinander Sorgen entsteht ein sicherer und starker Boden, der uns erdet und uns durchs Leben trägt, ein Band, das verbindet und nährt. Unser Zuhause entsteht. Im Innen wie im Außen. Der Ort, der uns Sicherheit gibt, ein gutes Gefühl, das Gefühl, willkommen zu sein, wertgeschätzt und geliebt zu werden. Dadurch sind wir sicher ins uns verankert, wir mögen uns, wir werden gemocht.

Es entsteht ein Band der Liebe untereinander, das uns Halt gibt im Leben. Dieses Band sorgt dafür, dass wir überleben. Nicht umsonst heißt die Erde „Mutter Erde“!

Lesen Sie an dieser Stelle bitte noch einmal den Vers zu Beginn des Textes: „Darum der Weise: Er lebt für den Bauch und nicht für das Auge…“: das bedeutet, sind wir gut geerdet und sicher im Leben verankert, kümmern wir uns gut um ums und umeinander, wir fühlen uns wohl, wir mögen uns. Magen und mögen haben denselben Wortstamm! Wir haben also ein gutes Bauchgefühl, unser Magen führt uns gut durchs Leben, wir hören auf den Bauch! Der äußere Schein kann uns nicht trügen.

Sich um sich selbst und die anderen gut kümmern bedeutet, darauf zu achten, was man zu sich nimmt, was man in sich aufnimmt: es sollte gute Nahrung sein, uns nähren! Gute Nahrung bedeutet, es ist etwas, das uns stärkt und hilft, uns zu verankern. Das gilt für Lebensmittel, Genussmittel aber auch für Erlebnisse, Eindrücke, Emotionen und die Menschen, die uns umgeben. Unsere geistige und emotionale Nahrung. Denn: alles, was wir über unsere Sinnes-Organe auf-nehmen, muss von uns verdaut werden: sehen,  riechen, hören, schmecken, das Gefühl, das wir empfinden oder das, was wir in Gegenwart eines Menschen fühlen.

Achten Sie also darauf, was sie aufnehmen! Nicht jeder verträgt alles. Sorgen Sie gut für die Erde in Ihnen, damit diese mit all ihren Eigenschaften ein stabiler Boden für Sie sein kann, der Sie immer trägt und verankert.

Gute Lebensmittel 

Den Begriff „Gutes Lebensmittel“ zu definieren, ist einfach, finde ich. Bei allem anderen ist es doch sehr individuell.

Lebens-, Nahrungs- und Genussmittel sind dann gut, wenn sie in einer ihrer Natur entsprechenden Umgebung gewachsen sind, ihrer Natur entsprechend hergestellt wurden, möglichst natürlich ge-lassen werden, ohne künstliche oder chemische Beihilfen.

Die Menschen, die die Lebensmittel anbauen und herstellen, sollten liebevoll mit ihnen und mit sich selbst umgehen. Genauso auch verantwortungs- und umweltbewusst.

Ebenso sollte der Ort beschaffen sein, an dem Sie die Produkte kaufen: die Menschen, die die Ware verkaufen, sollten respekt- und liebevoll mit ihr, mit sich selbst und untereinander umgehen.

Es sollte ein guter Ort sein, getragen von Harmonie und Für-Sorge.

Eine gute Ernährung findet ihren goldenen Abschluss im Verzehr. Und dieser ist nicht weniger bedeutungsvoll wie alles andere.

Li Yu, Ein Gelehrter aus der Qing-Dynastie schrieb:

„Bei Ärger ist es leicht, das Essen zu schlucken, aber schwer, es zu verdauen, während bei Kummer das Essen schwer zu schlucken und auch schwer zu verdauen ist. Deshalb ist es ratsam, bei starken Gemütsbewegungen mit dem Essen zu warten, bis sie abgeklungen sind. Speisen sollten immer zur richtigen Zeit eingenommen werden, dann kann man sie leicht verdauen. Spät zu essen und das Essen zu verdauen ist besser, als früh zu essen und nicht verdauen zu können. Verdauungsprobleme bringen Ärger mit sich, während eine gute Verdauung den Menschen frei von Sorgen macht. Es ist nicht ratsam, Nahrung aufzunehmen, wenn sich starke Emotionen entwickeln.“

Ein Segen für unsere Erde (im weitreichendsten Sinne)

 

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihr Essen! Essen Sie bewusst, in Ruhe und Harmonie. Vermeiden Sie Aufregungen beim Essen, Streit, Diskussionen, denn diese nehmen Sie mit auf. Es wird Ihren Magen daran hindern, das Essen gut zu verdauen. Vermeiden Sie, im Vorbei-Laufen, mal schnell nebenbei zu essen.

 

UND:

 

Wählen Sie bewusst, WAS Sie WO kaufen! Machen Sie die Augen auf und schauen Sie genau hin: wo kommt das Lebensmittel her, wer verkauft es.

 

Indem Sie umwelt-BEWUSST SIND, immer, sorgen Sie gut für Ihre eigene Erde, für die Erde Ihrer Lieben und für unser aller Erde, für unseren Planeten!

 

Der Boden auf dem Sie jeden Tag gehen dankt es Ihnen!

Wie geht es weiter?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.
Oder vereinbaren Sie direkt einen Termin mit mir:

 


Bitte beachten Sie: für den Inhalt diesen Artikels übernehme ich keine Haftung. Er kann den Besuch eines Therapeuten, Facharztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen.

Kategorien
News

Sommer: Feuer-Element und Herz-Kaiser

Sommer!

Die Zeit des Elementes Feuer.

Die Jahreszeit mit der höchsten Yang-Energie: Leben, Liebe, unbändige Begeisterung, Freuen ohne Ende, Begegnungen, sich zeigen, die längsten Tage, Tagundnachtgleiche, in voller Blüte stehen, Farbenpracht, das alles ist Sommer, Feuer-Energie!

Dem Element Feuer werden zugeordnet: Jahreszeit: Sommer, Himmelsrichtung: Süden (in der TCM oben angeordnet, anders als bei uns), Lebensalter: der junge Erwachsene, Farbe: rot, Geschmack: bitter, Gefühlsäußerung: Freude und Begeisterung, Klima: Hitze, Tageszeit: Mittag, Entwicklung: Wachstum. Die vier Meridiane sind: Herz (Yin) und Dünndarm (Yang) sowie Pericard (Yin) und Dreifacherwärmer (Yang).

Das chinesische Schriftzeichen für Feuer ist Huo.

Quelle: „Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin von Udo Lorenzen und Andreas Noll, Band 4“

Es zeigt das Bild eines brennenden Feuers. Die Flammen züngeln nach oben, erreichen hier ihren Höhepunkt. Das Leben erreicht im Element Feuer seinen Höhepunkt: alles steht in voller Blüte, alle Pflanzen, alle Lebewesen.

Aber auch überwältigende Unwetter, wie wir sie gerade erleben, gehören dazu: Die Luft trägt schwere Feuchtigkeit, dunkle Wolken, die sich sintflutartig ausschütten, stärkste Gewitter, Katastrophen überall.

Auch das ist der Sommer, die Feuerenergie, die nicht zu bändigen zu sein scheint, die uns alle über-wältigt, über-rumpelt. Es ist die Jahreszeit der Extreme.

Im Su Wen ist zu lesen:

„Die drei Monate des Sommers nennt man Entwicklung der Fülle und des üppigen Wachstums.

Die Qi von Himmel und Erde verbinden sich wohltätig und bringen für die zehntausend Wesen Blüten und Früchte. Man geht zur Nacht ins Bett und steht zur Dämmerung auf. Man soll sich nicht im Übermaß der Sonne aussetzen und von den Gefühlen keinen Ärger zeigen. Man soll das Beste in sich entwickeln und nach außen zeigen. Man soll jetzt handeln, als ob alles in der Außenwelt zu lieben ist.

All das ist im Einklang mit dem Qi des Sommers. Dies ist der rechte Weg, das Leben wachsen zu lassen. Sich entgegen zu verhalten bedeutet, das Herz zu schädigen. Man wird im Herbst Wechselfieber bekommen und wird wenig zum Ernten haben. Wenn der Winter kommt, wird man ernstlich erkranken.“ (Su Wen, Kap. 2)

„Entwicklung der Fülle und des üppigen Wachstums“ bedeutet auch für uns persönlich, dass wir unser ganzes Potenzial jetzt am besten entwickeln können und zeigen sollen. Jetzt stellt uns die Natur die meiste Energie zur Verfügung, um zu wachsen, uns zu verändern und uns selbst kennen zu lernen. Sie signalisiert uns deutlich: tanke Sonne, nutze die langen Tage……denn bald schon werden die Tage wieder kürzer und Herbst und Winter stehen wieder vor der Tür, die Jahreszeiten „ohne Licht“.

Deshalb breitet die Natur auch ihren Gabentisch so offensiv aus vor uns und schreit uns förmlich entgegen: komm zu mir und genieße mich!!!

Wie die Natur auch, sollten wir in den Sommermonaten  „in voller Blüte stehen“ und unsere Blütenpracht zeigen. Verhalten wir uns so im Einklang mit der Natur, erfahren wir die höchste Harmonie. Verhalten wir uns entgegen der natürlichen Gesetze, werden wir krank.

Das Herz – Die kaiserliche Energie

Sie kennen die Sprichwörter: „es erwämrt mir das Herz“, „mir wird ganz warm ums Herz“, „Herzensgüte“, „frohen Herzens sein“.

Feuer bedeutet Wärme. Ohne Wärme ist kein Leben möglich. Nur die Geborgenheit von Wärme ermöglicht Leben.

„Das Herz hat das Amt eines Kaisers und Herrschers. Schöpferische Kraft (Shen) und klare Einsicht (Ming) stammen von ihm.“ (Su Wen, Kap. 8).

„Es ist das Herz, das alle geistig-seelische Aktivität im Menschen beherrscht!“ (Ling Shu, Kap. 8).

Die Herz-Energie ist die Energie mit der „höchsten“ Macht, sie ist die kaiserliche Energie. Sie ist verantwortlich dafür, dass wir  unsere wahre Persönlichkeit erkennen und leben, zu  unseren Einstellungen stehen, unsere ganz persönliche Wahrheit im Laufe des Lebens kultivieren und sie nach außen hin darstellen und auch verteidigen. Sie sorgt dafür, dass wir unser eigener Kaiser sein können, unser eigener „Herrscher“. Das bedeutet auch,  dass wir uns mit einem angemessenen moralisch-ethischen Stand-Punkt gut in der Gesellschaft einbringen können. Ganz so, dass wir einen Platz in der Gesellschaft einnehmen und auch beanspruchen, dass wir „etwas“ dar-stellen, dass wir uns selbst dar-stellen!
Das natürliche Verhalten des Feuers wird in der TCM wie folgt beschrieben:

Dies ist das Schriftzeichen „Yan Shuo“, was „hell erglühen“ heißt. Es beschreibt das natürliche Verhalten des Feuers: Zuerst flammt das Feuer empor, erzeugt ein helles Licht und intensive Hitze (Yan). Dann gehen die Flammen aus, aber die Glut, die zurückbleibt, gibt beständige Wärme und den eigentlichen Nutzen des Feuers (Shuo). (aus „Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin“, Band 4, von Udo Lorenzen und Andres Noll).

Deshalb mein Tipp:

Kultivieren Sie den Spaß an der Gesellschaft und an Unternehmungen mit anderen Menschen, knüpfen Sie Freundschaften (Yan) und pflegen Sie diese (Shuo), sorgen Sie dafür, dass Sie gute Beziehungen haben (Yan) und pflegen Sie diese (Shuo). Erleben Sie die Dinge, die passieren mit einem klaren Bewusstsein (Yan). Erhalten Sie die Essenz daraus wie einen Schatz und pflegen Sie diesen (Shuo), um herauszufinden, für was Sie einstehen und was Ihre ganz eigene Wahrheit ist.

So können Sie mit einer guten Herz-Energie Ihr Herz öffnen, Liebe schenken und Liebe empfangen.

Gerne berate ich Sie persönlich. Rufen Sie mich an, um einen Termin zu vereinbaren, oder schreiben Sie mir eine Mail.

Bitte beachten Sie: für den Inhalt diesen Artikels übernehme ich keine Haftung. Er kann den Besuch eines Therapeuten, Facharztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen.